In der industriellen Fluidtechnik werden Begriffe wie “leckagefrei”, “blasendicht” und “Absperrung der Klasse VI” bei Beschaffungsbesprechungen und in technischen Datenblättern häufig in den Mund genommen. Für einen Ingenieur, der Ventile prüft, haben diese Begriffe jedoch eine ganz andere Bedeutung. Bei der Spezifikation einer Absperrventil, und fordern das Falsche Ventil-Leckageklassen kann zu massiv überhöhten Projektkosten führen, oder umgekehrt zu einem katastrophalen Versagen bei der Isolierung einer gefährlichen Pipeline.
Die Verwirrung dreht sich fast immer um die drei vorherrschenden Prüfstandards der Branche: API 598, ANSI/FCI 70-2, und ISO 5208. Jede Norm wurde für einen anderen Ventiltyp, eine andere technische Philosophie und einen anderen regionalen Kontext entwickelt. Dennoch werden alle drei routinemäßig in ein und derselben Beschaffungsspezifikation zitiert, oft ohne dass klar ist, wie sie miteinander zusammenhängen.
Ein häufiger und kostspieliger Fehler ist die Anwendung einer Absperrventilnorm (API 598) auf ein modulierendes Regelventil oder die Unkenntnis des kritischen Unterschieds zwischen FCI 70-2 Klasse IV und Klasse VI Absperrmöglichkeiten. In diesem umfassenden technischen Leitfaden werden wir die genauen Prüfverfahren von API 598, ANSI/FCI 70-2 und ISO 5208 aufschlüsseln, die Grenzwerte der Leckageklassen entschlüsseln und einen definitiven Fahrplan für die Festlegung der richtigen Norm für Ihr Rohrleitungssystem erstellen.
Die Goldene Regel: Isolation vs. Kontrolle
Bevor Sie sich mit den zulässigen Leckraten befassen, müssen Sie die grundlegende Unterteilung in der Armaturenbranche verstehen. Die von Ihnen gewählte Norm richtet sich ausschließlich nach der Hauptfunktion des Ventils:
- Absperrventile (Ein/Aus): Ventile, die den Durchfluss vollständig stoppen oder zulassen, wie z. B. Schieber, Ventile, Rückschlagventile, Kugelventile und Absperrklappen. Diese werden geregelt durch API 598 und ISO 5208 [1].
- Regelventile (modulierend): Ventile zur Drosselung und kontinuierlichen Regelung von Durchfluss, Druck oder Temperatur. Sie werden geregelt durch ANSI/FCI 70-2 (entspricht IEC 60534-4) [2].
Die Erwartung, dass ein Steuerventil genau die gleiche Dichtigkeit wie ein dediziertes Blockventil erreicht, ist ein grundlegender technischer Fehler. Regelventile erfordern Abstände zwischen den beweglichen Teilen, um Reibung und Reibungsverluste während der kontinuierlichen Modulation zu vermeiden, was sie von Natur aus anfälliger für mikroskopische Leckagen macht, wenn sie vollständig geschlossen sind.
Die nachstehende Tabelle gibt einen allgemeinen Überblick über die drei Normen, bevor wir sie im Einzelnen untersuchen:
| Merkmal | API 598 | ANSI/FCI 70-2 | ISO 5208 |
|---|---|---|---|
| Primärventil Typ | Absperrung (Schieber, Kugel, Drosselklappe, Rückschlagventil) | Modulierende Regelventile | Alle metallischen Industriearmaturen |
| Standardgehäuse | Amerikanisches Erdölinstitut (API) | Fluid Controls Institute (FCI) / ANSI | Internationale Organisation für Normung (ISO) |
| Philosophie der Prüfung | Binäres Bestehen/Nichtbestehen nach Sitztyp und Größe | Abgestufte Leckageklassen (I-VI) | Abgestufte Leckraten (A, AA, B-G) |
| Anforderung an den weichen Sitz | Absolute Leckfreiheit (0 Tropfen, 0 Blasen) | Klasse VI (kleine Blasen erlaubt) | Rate A (keine sichtbare Leckage) |
| Anforderung an den Metallsitz | Größenbasierte Tropfen/Blasen pro Minute | Klasse IV (0,01% des Nenn-Cv) | Menge B-G (DN-anteilig mm³/s) |
| Testmedium (primär) | Wasser; Luft/Gas nach Vereinbarung | Luft, Wasser oder Stickstoff | Wasser oder Gas (pro Klasse angegeben) |
| Test auf dem Rücksitz | Erforderlich, wenn das Merkmal vorhanden ist | Nicht anwendbar | Optional |
| Regionale Dominanz | Nordamerika, API-zentrierte Projekte | Global (Regelventile) | Europa, internationale Projekte |
| DE Ausrichtung | Kein formeller EN-Weg | Kein formeller EN-Weg | Angepasst an EN 12266-1 |

API 598: Der Isolationsstandard
Die vom American Petroleum Institute herausgegebene Norm API 598 (Valve Inspection and Testing) ist die am weitesten verbreitete Norm für die Inspektion und Prüfung von Mehrzweck-Absperrventilen in Nordamerika und API-zentrierten Projekten weltweit [1]. Sie gilt unter anderem für Armaturen nach API 6D (Pipeline-Armaturen), API 594 (Rückschlagventile), API 599 (Kükenhähne), API 602 (Stahlschieber und -rückschlagventile), API 603 (korrosionsbeständige Schieber), API 608 (Metallkugelhähne) und API 609 (Absperrklappen).
Das API 598 Prüfverfahren
API 598 schreibt drei verschiedene Testarten vor: den Shell-Test (Überprüfung der Integrität der Druckgrenze), die Sitz-/Verschlusstest (Überprüfung der inneren Versiegelung), und die Test auf dem Rücksitz (gilt nur für Ventile mit einer Rücksitzkonstruktion, wie Schieber und Ventile). Bei der Sitzprüfung wird eine Seite des geschlossenen Ventils unter Druck gesetzt und die Flüssigkeit gemessen, die am Sitz vorbei auf die andere Seite entweicht.
Für weichdichtende (elastische) Ventile - die mit PTFE-, EPDM- oder Elastomersitzen - API 598 ist unnachgiebig. Die zulässige Leckagerate beträgt Null Tropfen Flüssigkeit und keine Gasblasen für die Dauer des Tests. Dies ist die wahre Definition von “blasendicht”.”
Für metallisch dichtende Ventile (mit Ausnahme von Rückschlagventilen), da sich Metall nicht verformt, um mikroskopisch kleine Lücken auszufüllen, erlaubt API 598 eine bestimmte, zulässige Leckagerate. Die zulässige Leckrate wird auf der Grundlage der Rohrnennweite (NPS) berechnet [3].
| Ventilgröße (NPS) | Soft-Seated: Flüssigkeit (Tropfen/min) | Metall-besetzt: Flüssigkeit (Tropfen/min) | Metall-besetzt: Gas (Blasen/min) |
|---|---|---|---|
| < 2 (DN 50) | 0 | 0 | 0 |
| 2-6 (DN 50-150) | 0 | 12 | 24 |
| 8-12 (DN 200-300) | 0 | 20 | 40 |
| > 12 (DN 300+) | 0 | 28 | 56 |
Anmerkung: 1 mL = 16 Tropfen (Flüssigkeit); 1 mL = 100 Blasen (Gas). Für metallisch dichtende Rückschlagventile beträgt die zulässige Flüssigkeitsleckage 3 cc/min pro Zoll NPS und die Gasleckage 0,042 m³/h pro Zoll NPS [3].

Bei einem metallisch dichtenden 6-Zoll-Schieber sind beispielsweise bis zu 12 Wassertropfen pro Minute oder 24 Gasblasen pro Minute während des Niederdruck-Verschlusstests zulässig. Das primäre Prüfmedium ist Wasser, wobei die Prüfung mit Luft oder Gas nach Vereinbarung zwischen Käufer und Hersteller und unter Berücksichtigung von Sicherheitsaspekten zulässig ist [3].
ANSI/FCI 70-2: Die Regelventil-Norm
Das Fluid Controls Institute (FCI) hat ANSI/FCI 70-2 speziell für Regelventile entwickelt. Da Regelventile sehr unterschiedliche Innenausstattungen haben (Käfige, konturierte Kegel, V-Öffnungen), ist es unmöglich, eine einzige “Gut/Schlecht”-Metrik wie API 598 anzuwenden [2]. Die Norm wird auch als IEC 60534-4 für den internationalen Gebrauch veröffentlicht und war früher als ANSI B16.104 bekannt.
Stattdessen legt FCI 70-2 fest sechs verschiedene Leckage-Klassen (Klasse I bis Klasse VI). Wenn ein Ingenieur ein Regelventil spezifiziert, muss er ausdrücklich angeben, welche Klasse das Ventil aufgrund der Prozessanforderungen erfüllen muss.
FCI 70-2 Leckage-Klassen erklärt
Die sechs Klassen decken einen weiten Bereich der Abdichtungsleistung ab, der von einer theoretischen Übereinstimmung “ohne Prüfung” bei Klasse I bis zur strengsten blasendichten Absperrung bei Klasse VI reicht. In der nachstehenden Tabelle sind die wichtigsten Parameter für jede Klasse zusammengefasst [2] [4]:
| Leckage-Klasse | Maximal zulässige Leckage | Test Medium | Prüfdruck | Typische Anwendung |
|---|---|---|---|---|
| Klasse I | Kein Test erforderlich | — | — | Unkritischer Dienst der Versorgungsstufe |
| Klasse II | 0,5% des Nenn-Cv | Luft oder Wasser, 50-125°F | 45-60 psig | Doppelsitz- oder entlastete Einsitzventile |
| Klasse III | 0,1% des Nenn-Cv | Luft oder Wasser, 50-125°F | 45-60 psig | Höhere Dichtheit als Klasse II |
| Klasse IV | 0,01% des Nenn-Cv | Luft oder Wasser, 50-125°F | 45-60 psig | Metall-auf-Metall unausgeglichener Einzelsitz |
| Klasse V | 0,0005 mL/min pro Anschlussdurchmesser pro psi ΔP | Wasser, 50-125°F | Maximale Leistung ΔP | Kritischer Hochdruck, lange Verschlusszeiten |
| Klasse VI | Tabelle für den Öffnungsdurchmesser (Blasen/min) | Luft oder N₂, 50-125°F | 50 psig oder max. Nenndruck ΔP | Elastisch dichtende (PTFE, O-Ring) Regelventile |
Für die Klasse VI wird die zulässige Leckage als absolutes Volumen auf der Grundlage des Anschlussdurchmessers angegeben. Bei einem Anschlussdurchmesser von 6 Zoll sind beispielsweise maximal 4,0 ml/min (27 Blasen/min) zulässig, während ein 3-Zoll-Anschluss auf 0,9 ml/min (6 Blasen/min) begrenzt ist [3].

Der Mythos der Klasse VI “Null Leckage”
Es ist wichtig zu wissen, dass FCI 70-2 Klasse VI technisch gesehen nicht “Null Leckage”. Für ein 6-Zoll-Ventil lässt die Klasse VI gesetzlich bis zu 27 Luftblasen pro Minute zu. Das ist zwar in einer brüllenden Pipeline praktisch unsichtbar, aber etwas nachsichtiger als die absolute “Blasenfreiheit”, die API 598 für weichdichtende Absperrventile fordert [2]. Diese Unterscheidung ist von entscheidender Bedeutung, wenn Armaturen für toxische Gase, Hochdruck-Wasserstoff oder Anwendungen spezifiziert werden, bei denen selbst mikroskopisch kleine flüchtige Emissionen inakzeptabel sind.
ISO 5208: Die internationale abgestufte Norm
ISO 5208 (Industriearmaturen - Druckprüfung von metallischen Armaturen) ist die internationale Norm, die sich weitgehend an die europäische EN 12266-1 anlehnt. Im Gegensatz zum binären Ansatz von API 598 (bestanden/nicht bestanden) basiert die ISO 5208 auf einem abgestuften System von Leckageklassen, das es den Ingenieuren ermöglicht, die Akzeptanzkriterien vertraglich auf spezifische Betriebsrisiken abzustimmen [5]. Diese Flexibilität macht sie zur bevorzugten Norm für europäische und internationale Projekte, bei denen das Risikoprofil eines bestimmten Betriebs ausdrücklich in die Spezifikation für die Beschaffung von Armaturen aufgenommen werden kann.
ISO 5208 Leckageraten (A bis G)
ISO 5208 definiert 10 Leckageraten: A, AA, B, C, CC, D, E, EE, F und G, wobei die Rate A die strengste ist [5]. Ein wesentliches Merkmal des ISO 5208-Systems ist, dass die zulässige Leckage für die Raten AA bis G wie folgt skaliert wird linear mit der Ventilnennweite (DN), ausgedrückt in mm³/s für Flüssigkeiten. Dieser DN-proportionale Ansatz ist differenzierter als der größenbandorientierte Ansatz von API 598 und ermöglicht eine präzisere Spezifikation über einen breiten Bereich von Ventilgrößen.
| ISO 5208 Rate | Flüssigkeitsleckage (mm³/s) | Gasleckage (mm³/s) | Am nächsten an API 598 Äquivalent | API 6D Querverweis |
|---|---|---|---|---|
| Satz A | Keine sichtbare Leckage | — | Weichdichtend (keine Leckage) | Weichdichtende Ventile |
| Satz AA | 0,006 × DN | 0,18 × DN | — | — |
| Satz B | 0,01 × DN | 0,3 × DN | Metallisch dichtende NPS < 2 | — |
| Satz C | 0,03 × DN | 3 × DN | Metallgedichtet NPS 2-6 | Metallisch dichtende Nicht-Rückschlagventile |
| Satz D | 0,1 × DN | 30 × DN | Metallgedichtet NPS 8-12 | — |
| Satz E | 0,3 × DN | 300 × DN | — | API 6A Metalldichtung (hydrostatisch) |
| Satz G | 2 × DN | 6000 × DN | Metallisch dichtende Rückschlagventile | Metallisch dichtende Rückschlagventile |
Anmerkung: Die Klassen CC und EE sind Zwischenklassen zwischen C/D und E/F. Die Werte F und G stellen die zulässigen Klassen dar, die typischerweise für Rückschlagventile mit großem Durchgang verwendet werden [5] [6].

ISO 5208 und EN 12266-1: Der europäische Anschluss
ISO 5208 wurde unter ausdrücklicher Berücksichtigung von EN 12266-1 (dem europäischen Prüfrahmen) und API 598 entwickelt. In der Ausgabe 2015 von ISO 5208 wurden sechs neue Leckageklassen (AA, CC, E, EE, F und G) hinzugefügt und formale Querverweistabellen sowohl zu API 598 als auch zu EN 12266-1 bereitgestellt [5]. EN 12266-1 selbst erfüllt die Anforderungen von ISO 5208 für die Dichtungsklassifizierung, jedoch fehlen die Stufen AA, CC und EE. Für europäische Projekte bietet die ISO 5208 eine breitere Abdeckung und wird als die umfassendere Wahl angesehen.
Wie man die richtige Norm auswählt: Ein praktischer Entscheidungsrahmen
Für Rohrleitungsingenieure und Beschaffungsteams ist die Wahl der Leckagenorm nicht nur akademisch - sie hat direkte Auswirkungen auf die Kosten, die Vorlaufzeit und die langfristige Zuverlässigkeit der Armaturen. Der folgende Rahmen bietet einen strukturierten Ansatz für die Auswahl der Norm.
Schritt 1: Identifizieren Sie die Ventilfunktion. Handelt es sich bei dem Ventil um eine Auf/Zu-Absperrvorrichtung oder um ein modulierendes Regelelement? Wenn es sich um ein Regelventil handelt, geben Sie ANSI/FCI 70-2 an und fahren Sie mit der Auswahl der entsprechenden Klasse fort. Handelt es sich um ein Absperrventil, fahren Sie mit Schritt 2 fort.
Schritt 2: Identifizieren Sie den regionalen und vertraglichen Kontext des Projekts. Wenn das Projekt den API-Normen unterliegt (üblich in Nordamerika, im Nahen Osten und im asiatisch-pazifischen Raum), geben Sie API 598 an. Wenn das Projekt durch EN- oder ISO-Normen geregelt wird (üblich in Europa und bei internationalen EPC-Verträgen), geben Sie ISO 5208 mit dem entsprechenden Satz an.
Schritt 3: Bewerten Sie den Schweregrad der Dienstleistung. Für Hochsicherheitsanwendungen (toxische Gase, Wasserstoff, Hochdruckdampf) ist die dichteste anwendbare Klasse anzugeben: API 598 Zero Leakage oder ISO 5208 Rate A. Für mäßige Leistungen können nach einer formalen Risikoprüfung die ISO 5208 Raten C-D akzeptabel sein. Dokumentieren Sie die Entscheidung stets im Inspektions- und Prüfplan (ITP).
In der nachstehenden Tabelle sind die empfohlenen Normen nach Anwendungsart zusammengefasst:
| Anmeldung | Empfohlener Standard | Leckage Klasse/Rate | Anmerkungen |
|---|---|---|---|
| Allgemeine Ein/Aus-Isolierung (API-Projekt) | API 598 | Null (weicher Sitz) / Größenabhängig (Metallsitz) | Standard für nordamerikanische Projekte |
| Allgemeine Ein/Aus-Trennung (ISO/EN-Projekt) | ISO 5208 | Satz A (weicher Sitz) / Satz C (Metallsitz) | Angepasst an EN 12266-1 |
| Modulierendes Regelventil | ANSI/FCI 70-2 | Klasse IV (Metallsitz) / Klasse VI (Weichsitz) | Wenden Sie API 598 nicht auf Regelventile an. |
| ESD-Ventil (Basislinie) | ANSI/FCI 70-2 | Mindestens Klasse IV (gemäß API 553) | Aufrüstung auf Klasse V/VI für kritische Dienste |
| ESD-Ventil (kritischer/toxischer Betrieb) | API 598 oder ISO 5208 | Null Leckage / Rate A | Erfüllt durch leistungsstarke TOVs |
| Rohrleitungsventil (API 6D) | ISO 5208 (über API 6D) | Satz A (weicher Sitz) / Satz C (Metallsitz) | API 6D verweist auf ISO 5208 Raten |
| Offshore-/Unterwasser-Isolierung | API 598 + ISO 5208 | Null Leckage / Rate A | Doppelte Konformität bei Offshore-Spezifikationen üblich |
Festlegen der richtigen Norm für schwere Beanspruchung
Bei der Auswahl von Ventilen für Emergency Shut-Down (ESD)-Anwendungen oder für die Isolierung bei schweren Betriebsbedingungen steht außergewöhnlich viel auf dem Spiel. Gemäß API 553 muss ein ESD-Ventil grundsätzlich die ANSI/FCI 70-2 Stufe IV erfüllen, aber bei kritischen Anwendungen ist oft die Klasse V oder VI erforderlich [7].
In der Vergangenheit waren für blasendichte Absperrungen der Klasse VI weiche Elastomersitze (wie PTFE) erforderlich, die sehr anfällig für hohe Temperaturen und Feuer sind. Dies zwang die Ingenieure zu einem Kompromiss zwischen dichter Abdichtung und thermischer Belastbarkeit.
Heute ist die fortschrittliche Technik in der Ultra-Hochdruck-Absperrklappe mit dreifachem Versatz ermöglicht einen Metall-Metall-Sitz, der eine echte bidirektionale Null-Leckage gemäß API 598 [8] erreicht. Da die Dichtung drehmomentbetätigt und reibungsfrei ist, bleibt diese Null-Leckage-Fähigkeit auch nach Tausenden von Zyklen erhalten.

Bei Carter Valves ist unser Sechs-exzentrische Hexa-Absperrklappen verwenden eine patentierte reibungsfreie Nockengeometrie. Dies gewährleistet nicht nur die Leckagefreiheit nach API 598 und die Einhaltung der ISO 5208 Rate A, sondern reduziert auch das Betriebsdrehmoment um mehr als 30% im Vergleich zu branchenüblichen dreifach gekröpften Absperrklappen und bietet so eine unübertroffene Zuverlässigkeit für kritische Isolierungen. Für Ingenieure, die eine Armatur suchen, die den traditionellen Kompromiss zwischen dichter Abdichtung und Hochtemperaturleistung aufhebt, stellt die Hexa-Plattform einen bedeutenden Fortschritt in der Absperrventil Technik.
Häufig zu vermeidende Fallstricke bei der Spezifikation
Selbst erfahrene Ingenieure können in kostspielige Fallen tappen, wenn sie Standards für die Dichtheit von Ventilen festlegen. Die folgenden Fallstricke gehören zu den am häufigsten anzutreffenden bei der Beschaffung und der Überprüfung von Lieferanten.
Anwendung von API 598 auf ein Regelventil. API 598 ist für Auf/Zu-Absperrventile konzipiert. Die Anwendung auf ein modulierendes Regelventil ist technisch nicht korrekt und kann dazu führen, dass das Ventil bei der Werksabnahmeprüfung abgelehnt wird, obwohl es die vorgesehene FCI 70-2-Klasse erfüllt. Verlegen Sie Regelventile immer nach ANSI/FCI 70-2 und Absperrventile nach API 598 oder ISO 5208.
Die Forderung nach “Klasse VI” auf einem Hochtemperatur-Metallventil. FCI 70-2 Klasse VI ist speziell für weichdichtende (elastische) Regelventile konzipiert. Die Spezifikation der Klasse VI für metallisch dichtende Ventile, die bei Temperaturen über 260°C arbeiten, ist mit herkömmlichen Konstruktionen technisch nicht machbar, da PTFE- und Elastomersitze diese Temperaturen nicht überstehen. Die Lösung ist entweder ein metallisch dichtendes Präzisionsventil der Klasse V oder eine dreifach gekröpfte Absperrklappe mit einer Metall/Graphit-Laminatdichtung.
Edition drift. Die zulässigen Leckagewerte in API 598 haben sich von Ausgabe zu Ausgabe geändert. Geben Sie in der Bestellung und im Prüfplan immer die jeweilige Ausgabe an. Andernfalls kann es zu Streitigkeiten zwischen Käufer und Hersteller darüber kommen, welche Abnahmekriterien gelten.
Verwechslung von ISO 5208 Rate A mit “Null Leckage”.” Stufe A bedeutet “keine visuell erkennbare Leckage”, was funktionell den Anforderungen der API 598 für Weichsitzleitungen entspricht. Es handelt sich jedoch nicht um einen absoluten Nullwert, sondern um ein visuelles Inspektionskriterium. Für Anwendungen, die eine quantifizierte Leckage nahe Null erfordern, sollte Rate AA oder eine vertraglich festgelegte Messmethode verwendet werden.
Weitere Hinweise zu flüchtigen Emissionen und Leckage-Standards im Zusammenhang mit der Einhaltung von Umweltvorschriften finden Sie in unserem ausführlichen Artikel über Grenzwerte für flüchtige Emissionen bei Absperrklappen. Für ESD-spezifische Leckageanforderungen siehe unseren technischen Leitfaden über ESD-Ventil-Auswahl: Leckageklasse und Hubzeit.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
1. Ist API 598 strenger als ISO 5208 in Bezug auf Sitzleckagen?
API 598 ist in der Regel ein ’Go/No-Go"-Standard, der auf dem Sitztyp basiert. Für Weichsitze verlangt API 598 eine Leckagefreiheit. ISO 5208 ist abgestuft; die dichteste Klasse (Rate A) entspricht der Null-Leckage-Anforderung von API 598.
2. Welche Norm gilt für die Dichtheitsklasse VI“?
ANSI/FCI 70-2 gilt für Klasse VI. Sie gilt speziell für Regelventile. Sie sollten nicht API 598 oder ISO 5208 verwenden, um Leckageklassen für Regelventile zu spezifizieren.
3. Kann ein metallisch dichtendes Ventil leckagefrei sein?
Herkömmliche metallisch dichtende Absperrschieber oder Kugelhähne erreichen in der Regel FCI 70-2 Klasse IV oder V. Moderne dreifach gekröpfte Absperrklappen (TOVs) mit laminierten Metall-/Graphitdichtungen können jedoch echte API 598-Leckfreiheit erreichen.
4. Was ist der Unterschied zwischen FCI 70-2 Klasse VI und API 598 Weichsitzprüfungen?
API 598 fordert absolute Gasblasenfreiheit für weichdichtende Absperrventile. FCI 70-2 Klasse VI, die für Regelventile entwickelt wurde, erlaubt eine sehr geringe, quantifizierbare Anzahl von Blasen pro Minute, die auf dem Öffnungsdurchmesser des Ventils basiert.
5. Wie gebe ich die Leckage für ein ESD-Ventil (Emergency Shut-Down) an?
ESD-Ventile sind Absperrventile, die schnell reagieren und dicht abschließen müssen. Während API 553 ein Minimum von FCI 70-2 Klasse IV vorschlägt, sind für kritische ESD-Anwendungen in der Raffinerie und auf Offshore-Plattformen in der Regel API 598 Zero Leakage oder ISO 5208 Rate A vorgeschrieben, die oft von Hochleistungs-TOVs erfüllt werden.
6. Welchen Stellenwert hat die EN 12266-1?
EN 12266-1 ist der europäische Prüfrahmen, der weitgehend mit ISO 5208 übereinstimmt. Die ISO 5208-Klassen A bis G entsprechen direkt den Werten in EN 12266-1.
7. Muss ich einen Test auf dem Rücksitz durchführen?
Nach API 598 ist eine Rücksitzprüfung nur dann erforderlich, wenn die Armaturenkonstruktion tatsächlich eine Rücksitzfunktion aufweist (häufig bei Schiebern und Ventilen). Die ISO 5208 schreibt keine Rücksitzprüfung vor.
Referenzen
[1] NTIA. “API 598 im Vergleich zu ISO 5208: Leitfaden für die Abnahme von Ventilprüfungen.” Norwegische Akademie für technische Inspektion.
[2] JH-Ventil. “Ventil-Leckage-Normen: API 598 vs. FCI 70-2 (Klasse IV vs. VI) Erläutert.” Janhen Ventil.
[3] Wermac. “Leckage von Ventilen - Prüfung nach API 598, ANSI FCI 70-2, MSS-SP-61 und ISO-Norm 5208.” Die Welt der Rohrleitungen.
[4] SVF-Flow Controls. “Vollständiger Leitfaden für Ventil-Leckageklassen (Klasse I-VI).” SVF-Lernzentrum.
[5] Ventil-Spezifikationen. “Ventil-Leckageklasse, ISO 5208, API 598, EN 12266-1, ANSI/FCI 70-2.” Relia-Ventil.
[6] Piping World. “Vergleich der Leckageraten von Ventilsitzen: API 598, ISO 5208, MSS SP-61 Normen.” Die Ressource für den Rohrleitungsbau.
[7] Carter-Ventile. “ESD-Ventil-Auswahl: Leckageklasse & Hubzeit.” Carter Valves Blog.
[8] Carter-Ventile. “Dreifach gekröpfte Absperrklappe vs. Kugelhahn: Welches ist das richtige Absperrventil für Hochdruckanwendungen?” Carter Valves Blog.
